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Gesang

All that Jazz ...

Ich gehe ins Wohnzimmer und schalte das Radio ein. Ein Jazzsender spielt „Wolfcry“ von Gregory Porter. Ich wickle mich in eine Decke. Als Mädchen habe ich songs von Cindy und Bert und Adriano Celentano nachgesungen, die Chansons von Gilbert Bécaud gehört, die meine Mutter liebte, und Jazz und Soul, vor allem Duke Pearson und Dusty Springfield. Kein Tag in unserem Haus verging ohne Musik, und abends, wenn es dunkel wurde, sah ich zu, wie mein Vater in seinem Musikzimmer am Klavier saß und spielte oder komponierte. Ich hockte auf dem Boden, spielte mit Notenblättern, die überall verstreut lagen, und fühlte mich sicher und beschützt.

Schon als Kind will Caroline Beil Sängerin werden und steht mit ihrem Vater immer wieder auf der Bühne und im Studio. Peter Beil (1937-2007) studiert Musikwissenschaft in Hamburg. Die große Prüfung besteht er glanzvoll mit einem Trompetenkonzert von Haydn. Bereits in den Fünfziger Jahren wird er in Peter Frankenfelds Sendung „Toi, toi, toi“ als Schlagersänger entdeckt und sofort mit einem Plattenvertrag ausgestattet. Mit „Corinna, Corinna“ schafft er 1961 den Durchbruch und verkauft anschliessend rund neun Millionen Tonträger.

Von ihm lernt Caroline, was es heisst, Künstler zu sein. Mit 24 Jahren nimmt sie in Los Angeles erstmals Gesangsunterricht und spürt nun, was Singen wirklich bedeutet, entwickelt ihre Bruststimme, lernt Interpretation und Ausdruck. Ihre Gesangslehrerin weckt eine bis dahin unbekannt Kraft und Intensität in Carolines Stimme und eröffnet ihr eine neue Welt. Es scheint nun so, als würden jedes Wort und jede Silbe sie berühren.

Im Dezember 2005 erfüllt sich für die Jazz-Sängerin ein musikalischer Traum: Mit ihrem Vater an der Trompete und einer amerikanischen Big Band, bestückt mit exzellenten Broadway-Musikern, singt Caroline vor begeistertem Publikum bei einem Fest in der New Yorker Public Library auf der Fifth Avenue Songs wie „When I Fall In Love“ oder „It`s Just The Thought Of You“. Im gleichen Jahr singt sie ein Filmsong-Medley in der deutschen TV-Show „Die besten Filmsongs aller Zeiten“, Kabel 1.

Immer wieder singt Caroline auch mit kleinen Besetzungen, wie z.B. vor dem Berliner Schloß Charlottenburg, in Clubs wie dem „A-Trane“ oder dem „Asphalt“ und ebenfalls bei Charity-Veranstaltungen wie „Prominence for Charity“ (Berlin, 2006) oder der „Aids Gala“ (Dresden, 2006). Sie liebt die Musik von Melody Gardot, Michael Brecker, Stevie Wonder, Gregory Porter und natürlich von the one and only- Barbra Streisand. Singen war und ist für sie die „persönlichste“ Ausdrucksform.

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